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Hamburg

Bürgerschaftswahl 2025 in Hamburg: CDU erteilt Grünen klare Absage


Drei Tage vor Bürgerschaftswahl
Umfragen sehen SPD vorn – Thering lehnt Schwarz-Grün ab

Von t-online, dpa
28.02.2025 - 02:00 UhrLesedauer: 3 Min.
Bürgermeister Peter Tschentscher (l, SPD), und Herausforderer Dennis Thering im Rededuell bei einer Diskussionsrunde im Wahlkampf.Vergrößern des Bildes
Bürgermeister Peter Tschentscher (l, SPD), und Herausforderer Dennis Thering im Rededuell bei einer Diskussionsrunde im Wahlkampf. (Quelle: Marcus Brandt/dpa)
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Kurz vor der Bürgerschaftswahl liefern sich die Parteien in Hamburg ein letztes Duell. SPD und CDU liegen in Umfragen vor den Grünen.

Drei Tage vor der Hamburger Bürgerschaftswahl hat CDU-Spitzenkandidat Dennis Thering eine politische Grundsatzentscheidung getroffen: Eine Koalition mit den Grünen kommt für ihn nicht in Frage. Damit stellte er erste Weichen für die kommende Legislaturperiode, während Amtsinhaber Peter Tschentscher (SPD) weiterhin für eine Fortsetzung von Rot-Grün wirbt.

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In einem Triell des NDR-Fernsehens äußerte Tschentscher jedoch Bedenken: "Meine Befürchtung ist, dass, wenn es für eine schwarz-grüne Mehrheit reicht, sie es auch tun würden", sagte der Bürgermeister. Er betonte, die Zufriedenheit mit dem aktuellen Senat sei mit die höchste unter den Landesregierungen in ganz Deutschland.

SPD kommt laut ZDF-Politbaromater in Hamburg auf 33 Prozent

Aktuelle Umfragen untermauern Tschentschers Position. Im ZDF-Politbarometer liegt die SPD mit 33 Prozent weiterhin deutlich vorn – ein Prozentpunkt mehr als bei der Umfrage vor zwei Wochen. Die CDU folgt mit unverändert 18 Prozent der Stimmen auf Platz zwei, knapp vor den Grünen, die zwei Prozentpunkte einbüßen und auf 17 Prozent kommen.

Diese Zahlen werden auch durch eine Erhebung des Instituts Insa im Auftrag der "Bild"-Zeitung bestätigt, die die SPD bei 32 Prozent sieht. Bemerkenswert: In beiden Umfragen liegt die CDU erstmals seit Monaten vor den Grünen – ein deutlicher Unterschied zum Wahlergebnis von 2020, als die SPD mit 39,2 Prozent vor den Grünen (24,2 Prozent) und der CDU (11,2 Prozent) landete.

Die Grünen-Spitzenkandidatin Katharina Fegebank bezeichnete Tschentschers Spekulationen über eine mögliche Zusammenarbeit ihrer Partei mit der CDU als "absurd". Die Zweite Bürgermeisterin und Wissenschaftssenatorin warnte ihrerseits vor einer Regierung aus SPD und CDU: "Wenn man nach Berlin schaut, da werden wir jetzt eine schwarz-rote Regierung haben. Das ist in Hamburg überhaupt nicht ausgeschlossen."

Grüne werfen Thering heftigen Flirt mit der SPD vor

Grünen-Landeschef Leon Alam hatte zuvor bereits den Vorwurf erhoben, Thering mache der SPD Avancen. Angesichts der Möglichkeit von Rot-Schwarz gehe "es jetzt in den letzten Tagen vor der Bürgerschaftswahl wirklich noch mal um alles".

Im Triell legte Thering nach und warf den Grünen vor, an fast allem, "was in Deutschland und Hamburg in den letzten Jahren schiefgelaufen ist", die Hauptschuld zu tragen. Als Beispiele nannte er eine "gescheiterte Migrationspolitik" und die schlechte Wirtschaftslage.

"Ich habe immer gesagt: Wir entscheiden über eine Koalition streng nach den Inhalten. Und bei den Inhalten trennen CDU und Grüne Welten", erklärte der CDU-Spitzenkandidat. Mit seiner klaren Absage herrsche nun für alle Wählerinnen und Wähler Klarheit: "Wer Rot-Grün verhindern möchte, wer die Grünen im Senat verhindern möchte, der muss zwingend CDU wählen. Das ist ein Richtungsentscheid für Hamburgs Zukunft."

Aktuelle Umfragen lassen mehrere Koalitionen in Hamburg zu

Aus den aktuellen Umfragewerten ergeben sich mehrere Möglichkeiten für Regierungsbündnisse. Eine gemeinsame Mehrheit hätten weiterhin SPD und Grüne, die den amtierenden Senat tragen. Auch eine Koalition aus SPD und CDU wäre laut Politbarometer möglich, sehr knapp auch ein Bündnis aus SPD und Linken.

Die Linke schneidet im Politbarometer mit 12 Prozent deutlich besser ab als vor zwei Wochen (plus drei Prozentpunkte). In der Insa-Umfrage erreicht sie 13 Prozent. Die AfD liegt in beiden Erhebungen stabil bei 9 und bei 11 Prozent. FDP und BSW würden mit jeweils 3 Prozent laut Insa an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.

SPD-Ministerpräsidentin Dreyer begleitet Tschentscher zum Triell

Nach dem Triell nutzte Tschentscher eine Wahlkampfveranstaltung seiner Partei im Klubhaus St. Pauli dazu, um Stimmen und eine hohe Beteiligung bei der Bürgerschaftswahl zu werben. "Es geht um Hamburg und da brauchen wir eine mindestens so große Wahlbeteiligung wie zur Bundestagswahl am letzten Sonntag", sagte er. An der Bundestagswahl hatten sich in Hamburg mehr als 80 Prozent der Stimmberechtigten beteiligt.

Begleitet wurde Tschentscher bei seinem Auftritt von der früheren rheinland-pfälzischen SPD-Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Sie lobte die Hansestadt unter anderem für ihre Bildungs- und Wohnungspolitik und betonte: "Was ich wirklich liebe, ist die Weltoffenheit dieser Stadt."

Verwendete Quellen
  • Mit Informationen der Nachrichtenagentur dpa
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