Umweltbehörde warnt Extreme Trockenheit: Alsterquelle trocknet aus
Die Alsterquelle versiegt im Norden Hamburgs. Die Umweltbehörde warnt wegen der Folgen der Trockenheit.
An diesem Wochenende ist die Alsterquelle in Henstedt-Ulzburg kurz vor Hamburg nahezu ausgetrocknet. Fotos eines Reporters vor Ort zeigen das trockene Flussbett am Ursprungsort des 56 Kilometer langen Flusses, der für Hamburg und seine Region so prägend ist.
Wie das "Hamburger Abendblatt" berichtet, ist auch der Bach kurz nach der Quelle mittlerweile vollkommen ausgetrocknet. Schon 2019 war die Alsterquelle, die in Henstedt-Ulzburg mit einer verzierten Eisenplatte versehen ist, vollständig ausgetrocknet. Zuvor war es jahrzehntelang nicht zu dem Phänomen gekommen, schreibt die Zeitung. Ein vollständiges Austrocknen der Alster ist damit aber nicht zu befürchten – denn: Neben seiner eigentlichen Quelle in Henstedt-Ulzburg speist sich der Fluss zudem noch aus einer Vielzahl von Nebenflüssen.
Umweltbehörde warnt vor Blaualgen
Die Umweltbehörde der Stadt Hamburg und der Bürgervorsteher von Henstedt-Ulzburg – die Gemeinde ist mit der Pflege des Quellbeckens betraut – waren am Sonntag für einen Kommentar nicht zu erreichen. Mit Auftreten des Phänomens könnte es nun zu einer Verschlechterung des Alsterwassers in Hamburg kommen. Schon Mitte August hatte die Umweltbehörde gewarnt, dass sich in den stehenden und langsam fließenden Gewässern der Hansestadt Blaualgen ausbilden könnten.
In diesen soll nicht gebadet werden, da ein Kontakt mit den Algen zu Hautreaktionen und bei regelmäßigem Schlucken zu Vergiftung führen könnten. Blaualgen sehen im Wasser aus wie ein "grüner Teppich". Durch das Austrocknen des Alsterquellbeckens dürfte sich die Situation in der durch die letzten trockenen und heißen Wochen ohnehin schon erhitzten Elbe verschärfen. Auch ein größeres Absterben von Fischen und Kleinstlebewesen im Oberlauf des Flusses ist denkbar.
Eine weitere Gefahr für die Gewässer in Hamburg stellt den Angaben zufolge der niedrige Sauerstoffgehalt in einigen Stadtgewässern dar. Der Sauerstoff im Wasser sinkt durch die hohen Temperaturen, den niedrigen Wasserstand und einen zu hohen Nährstoffgehalt. Dies ist aktuell zum Beispiel in Tarpenbek und Wandse der Fall. Wenn es dann zu starken Niederschlägen kommt, sinkt der Sauerstoffgehalt laut Umweltbehörde noch weiter und kann zu Fischsterben führen. Deshalb bittet die Umweltbehörde darum, kein Wasser aus kleinen Oberflächengewässern zu entnehmen.
- Reporter vor Ort
- abendblatt.de (kostenpflichtig): "Alster-Quelle versiegt! Schon Hunderte Meter extrem ausgetrocknet"
- Mit Informationen der Nachrichtenagentur dpa