Panik-Rocker in Sorge Udo Lindenberg warnt vor "Horrorszenario"

Seit Jahrzehnten kämpft Udo Lindenberg für Frieden und gegen Aufrüstung. Doch angesichts der aktuellen Weltlage kommen ihm Zweifel – und rauben ihm manchmal den Schlaf.
Udo Lindenberg ist bekannt für klare Worte. In den Achtzigerjahren protestierte er lautstark gegen Atomwaffen – heute muss er seine pazifistische Haltung erstmals hinterfragen. Die Debatte um eine mögliche Aufrüstung Deutschlands belastet den 78-Jährigen zutiefst. "In dieser verirrten Schwachmaten-Welt stellt man sich plötzlich die bange Frage: Müssen wir umdenken? Brauchen wir jetzt doch ’n starkes Militär?", sagte der Musiker dem Magazin "Stern".
Schon vor 40 Jahren hatte Lindenberg mit dem Lied "Wozu sind Kriege da" ein Zeichen gesetzt. Jetzt fragt er sich, ob Kunst, Musik und Proteste überhaupt noch reichen, um für Frieden einzustehen. "Die Frage, wie wir unsere freie Welt noch retten können und ob Worte und Songs und Kunst und Demos dafür ausreichen, oder ob wir uns tatsächlich auch militärisch wappnen müssten, tut meiner Pazifistenseele sehr weh und lässt mich manchmal gar nicht schlafen."
"Horrorszenario" mit Trump, Putin und der Ampel
Besonders beunruhigt zeigt sich Lindenberg angesichts der internationalen Entwicklungen – vom Ukraine-Krieg bis zur Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus. Er spricht von einem "Horrorszenario": "Vance, Musk, Putin und dazu noch unsere schlaffe Ampelregierung, um die herum die Rechtsextremen immer lauter werden."
Doch trotz aller Sorgen ruft Lindenberg zum Durchhalten auf. Resignation sei für ihn keine Option: "Wir dürfen doch die nächste Generation nicht hängen lassen. Wir dürfen uns nie daran gewöhnen, dass die Welt mal wieder regiert wird von Schizomaten." Hoffnung setzt er in die Zukunft: "Irgendwann kommen auch wieder neue Leute mit unseren Idealen und Visionen für die bessere und fairere Welt von morgen."
- Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
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