Spektakel am Jungfernstieg Pottwal in Hamburg "angeschwemmt": Was steckt dahinter?

Am Hamburger Jungfernstieg ruht seit Dienstag eine riesige Pottwal-Attrappe. Wer und was steckt hinter dem Meerestier an der Binnenalster?
Was hat die Elbe denn da angespült? Am Hamburger Jungfernstieg liegt seit Donnerstag, dem 3. April 2025, eine rund 15 Meter lange Pottwal-Attrappe. Das Tier ist auf Sand gebettet und liegt direkt an der Binnenalster. Zuerst berichtete der NDR über die Aktion und nannte auch die Urheber.
Hinter der ungewöhnlichen Installation steckt das belgisch-niederländische Künstlerkollektiv Captain Boomer Collective aus Antwerpen. Die Gruppe ist bekannt für interaktive Kunstaktionen im öffentlichen Raum – ihre lebensgroße Pottwal-Skulptur ist bereits in mehreren Städten "gestrandet".
Kunstprojekt mit Botschaft
Der Wal mit aufgerissenem Maul soll laut dem Kollektiv eine stumme Frage des Meeres an den Menschen darstellen und die Störung des Ökosystems symbolisieren. Auch das Kulturzentrum Kampnagel ist an der Aktion beteiligt – laut dem Bezirksamt Hamburg-Mitte hat es das Projekt offiziell angemeldet.

Bedrohung der Wale
Auch wenn es einen Fangstopp für Wale gibt, sind viele Walarten nach wie vor in ihrem Bestand bedroht. Wale leiden unter Plastik, Lärm, Chemikalien, Schiffskollisionen, Fischernetzen und der Klimakrise – ihre Lebensräume geraten immer stärker unter Druck. Außerdem gibt es Länder, die aus wissenschaftlichen und kommerziellen Zwecken weiteren Walfang betreiben.
Ziel sei es, auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam zu machen und die gestörte Beziehung des Menschen zur Natur künstlerisch zu hinterfragen.
Die Aktion soll voraussichtlich bis Samstagabend, 5. April, dauern. An allen drei Tagen werden jeweils sechs Künstlerinnen und Künstler in weißen Kitteln vor Ort sein – sie treten als scheinbare Wissenschaftler auf, analysieren den Wal und suchen das Gespräch mit Passanten.
- captainboomercollective.org: "The Why of the Whale"
- ndr.de: "Rund 15 Meter lange Wal-Attrappe ist am Jungfernstieg zu sehen"
- wwf.de: "Wale und Delfine: Die bedrohten Meeressäuger"
- Mit Material der Nachrichtenagentur dpa