Reisetipp ab Hamburg Urlaub auf Süderoog: Einsamer geht es kaum

Der Trubel der Großstadt lässt die Menschen von Abgeschiedenheit träumen. Doch wo findet man diese noch? Eine winzige Insel im Wattenmeer könnte das Richtige sein.
Weit draußen im nordfriesischen Wattenmeer liegt sie – klein, ruhig, abgeschieden: Hallig Süderoog. Wer Stille sucht, Weite schätzt und bereit ist, das Smartphone einmal aus der Hand zu legen, ist hier genau richtig. Die winzige Hallig gehört zum schleswig-holsteinischen Nationalpark Wattenmeer und ist ein Ort, an dem Zeit und Raum ein Stück weit verschwinden. Perfekt, um die Seele baumeln zu lassen – inmitten von rauer Natur.
Süderoog ist anders als die bekannten Nordseeinseln – und sogar anders als die anderen Halligen, bei denen es sich um Inseln handelt, die nur durch eine Steinkante geschützt sind. Nur ein einziges Gebäude steht auf der sogenannten Warft, ein künstlich aufgeschütteter Hügel, der vor Hochwasser und Sturmfluten schützt: das Wohnhaus des Halligwart-Paares. Nele Wree und Holger Spreer-Wree sowie ihre Kinder Fenja und Ilyv sind die einzigen Bewohner Süderoogs. Sie bewirtschaften das Eiland ökologisch und empfangen Gäste. Ihr Motto: nachhaltig leben, mit der Natur arbeiten, Wissen teilen. So steht es auf der Internetseite des Paares.
Urlaub auf Süderoog: Leben mitten in der Natur
Das ist das auch Alleinstellungsmerkmal der Hallig: Hier lebt man nicht nur im Einklang mit der Natur – man ist mittendrin. Hochwasser, Vogelzüge, Sturmfluten und Sternenhimmel ohne Lichtverschmutzung sind keine Randnotizen, sondern prägende Elemente des Alltags. Und dieser Alltag wird gerne mit Gästen geteilt.
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Wer Süderoog besuchen möchte, muss sich auf ein echtes Abenteuer einlassen. Die Anreise erfolgt per Wattwanderung oder Schiff – je nach Wetterlage. Spontane Besuche sind nicht möglich: Der Aufenthalt auf der Hallig ist bewusst auf wenige Gäste beschränkt, die im Rahmen von geführten Aufenthalten oder Tagesausflügen empfangen werden. Übernachtet wird in einem der wenigen Gästezimmer auf der Warft – rustikal und mit weitem Blick übers Watt.
Regelmäßig werden auch Helfer gesucht, die sich gegen Kost und Logis mindestens drei Wochen auf der Insel engagieren möchten. Aufgrund des wenigen Platzes werden immer im Zeitraum von Juli bis August und von Oktober bis November nur zwei Personen aufgenommen.
Kleinste Hallig im Wattenmeer
Wer eine Auszeit sucht, der findet sie auf Süderoog – Tiere füttern, Müll sammeln, Vögel zählen oder einfach mit dem Fernglas auf dem Deich stehen und Schweinswale suchen. Die Insel gilt als idealer Rückzugsort ohne Straßenlärm, Supermärkte oder WLAN.
Für alle, die den Norden lieben, mit Gummistiefeln durch Schlick waten wollen und sich auf ein Abenteuer zwischen Ebbe, Flut und Sternenhimmel einlassen möchten, ist die Hallig mit seiner Fläche von nur 0,6 Quadratkilometern bestens geeignet. Süderoog ist kein klassisches Reiseziel – es sei vielmehr ein Erlebnis, das verändert, schreiben Gäste, die die Insel bereits besucht haben. Wer einmal dort war, nehme mehr mit als nur schöne Bilder mit. Der Aufenthalt schaffe "ein neues Gefühl für Zeit, Natur – und vielleicht auch für sich selbst", heißt es von einer Besucherin.
Von Hamburg führt die Reise zunächst nach Bredstedt über die A23 und B5. Dafür braucht man mit dem Auto rund zwei Stunden. Von dort aus geht es weiter zum Fähranleger in Schlüttsiel und von dort aus mit dem Schiff nach Süderoog. Spielt das Wetter mit, sind auch Wattwanderungen auf die Hallig möglich.
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- halligen.de: Hallig Süderoog
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