Das sagt die Gewerkschaft Poststreik in Hamburg – mit Folgen für die Wahl?
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Am 2. März wählt Hamburg die neue Bürgerschaft. Viele Menschen setzen auf die Briefwahl – doch nun wird die Deutsche Post bestreikt. Was heißt das für die Wahl?
Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten der Deutschen Post in Norddeutschland zu einem Warnstreik aufgerufen. Am 28. Februar und 1. März sollen insgesamt 1.300 Postangestellte in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg ihre Arbeit niederlegen, teilte die Gewerkschaft mit.
Durch den Streik werden rund 1,9 Millionen Briefsendungen und etwa 150.000 Pakete nicht bearbeitet. Verdi will damit den Druck auf die Deutsche Post erhöhen: "Es wird vom Postvorstand am kommenden Montag ein verbessertes und einigungsfähiges Angebot nach insgesamt elf Streiktagen erwartet", sagte Lars-Uwe Rieck, Landesbezirksfachbereichsleiter Postdienste, Speditionen und Logistik in Nord/Hamburg.
Hunderttausende Hamburger nutzen Briefwahl – das sagt Verdi
Es sei den Streikenden sehr ernst. "Kommt keine Einigung zustande, wird der Konflikt deutlich größer und spürbarer werden", kündigte Rieck an.
Für die Hamburgerinnen und Hamburger kommt der Streik zu einem heiklen Zeitpunkt, denn am Sonntag wird die neue Bürgerschaft gewählt. Traditionell setzen viele Menschen auf die Briefwahl: Bei der vergangenen Wahl 2020 nutzten rund 284.000 Wahlberechtigte (34,2 Prozent) diese Möglichkeit.
Laut Verdi müssen sich Wählerinnen und Wähler jedoch keine Sorgen um ihre Stimmen machen: "Im Stadtgebiet Hamburg wird die reine Briefzustellung aus Rücksicht auf die Bürgerschaftswahlen nicht bestreikt. Daher liegt der Schwerpunkt in der Paketzustellung und im Hamburger Umland."
Tarifstreit bei der Deutschen Post: Das fordert Verdi
Die Arbeitgeber haben zuletzt am 14. Februar ein Angebot vorgelegt. Der Tarifvertrag soll 27 Monate bis zum 31. März 2027 laufen. Die Gehaltssteigerungen sind wie folgt geplant: 1,8 Prozent mehr ab dem 1. Juli 2025 und weitere 2,0 Prozent ab dem 1. Oktober 2026. Die Urlaubsregelung würde nur für einige Beschäftigte einen zusätzlichen Urlaubstag bringen.
Verdi hält das für unzureichend und fordert eine Lohnerhöhung von sieben Prozent bei einer kürzeren Vertragslaufzeit von nur zwölf Monaten. Zusätzlich verlangt die Gewerkschaft drei weitere Urlaubstage für Tarifbeschäftigte und Auszubildende sowie einen zusätzlichen Urlaubstag für Gewerkschaftsmitglieder. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 3. und 4. März 2025 in Bonn angesetzt.
- Verdi Hamburg: Pressemitteilung vom 28. Februar 2025 (per Mail)
- Statistikamt Nord: "Analyse der Bürgerschaftswahl am 23. Februar 2020 in Hamburg" (PDF)